Sehen und Denken entzündet Fantasie

Vor allem sind es Fragen. Immer wieder Fragen. Fragen , die mich beschäftigen. Fragen, denen meine Bilder eine Bühne bieten. Fragen, auf die es vielleicht manchmal keine Antwort gibt. Fragen, in denen die Einzigartigkeit unserer Zeit erkennbar wird.

 

"Fremd ist der Fremde nur in der Fremde", sagte Karl Valentin. Mich faszinieren all die Gesichter, die täglich wie ein Fluss an mir vorüberziehen. Passanten, deren Wege sich unscheinbar im Nirgendwo kreuzen. Was ist Identität? Eine starre Form? Ein schützender Hafen? Ein wandelsbares Konzept? Wo liegen die Grenzen zwischen mir und dem "Fremden"? Wie entsteht Begegnung?

 

Im Sog der Globalisierung und des Neoliberalismus wächst der Druck auf den Einzelnen. Was bedeuten uns Menschlichkeit und Gemeinschaft? Wo gibt es Halt und Solidarität in neoliberal unterkühlten "Klimazonen"? Kann man sich vor Übergriffen ökonomischer Prinzipien auf unser komplettes Leben schützen? Wo befinden sich in diesem wirren Netz der Abhängigkeiten Schlupflöcher für ein selbstbestimmtes Leben?

 

Gleichzeitig verändert die Digitalisierung unsere Wahrnehmung von Zeit und Raum. Wie findet sich ein Mensch in einer Gesellschaft permanenter Suchbewegungen? Wie "geht" das Finden in einer Welt voller Sehnsüchte, die uns von lärmenden Werbeindustrien aufgedrängt werden?

 

Der postmoderne Mensch verschwindet als Schattenriss hinter abstrakten Daten, Zahlen, Fakten und hält doch an seiner Empiriegläubigkeit fest. Wie bestimmen diese Abstraktionen das, was wir für die Realität halten? Was bleibt unseren Sehgewohnheiten unsichtbar verborgen?

 

Ich behaupte, es gibt sie, allem zum Trotz: Die Insel abseits dieser medialen, ökonomischen, sozialen und politischen Nebelfelder. Meist kamen sie bei mir als Überraschung daher. Kurze Momentaufnahmen, die ich mit meinen Farben festgehalten habe. Überraschungen, die nur ein kindlicher Blick erkennt und im Herzen versteht. Dort, in diesen besonderen Bildern, sind alle Fragen einer hoffnungsfrohen Ruhe gewichen.

 

 

 

Porträtprojekt "Gegensatz ist nicht gleich Gegner"
Bodo Bach, Ramon Chormann und Andy Ost unterstützen das Porträtprojekt

Gegensatz ist nicht gleich Gegner

 

Respekt, Toleranz und Interesse am Miteinander - diese Begriffe sind angesichts aktueller Entwicklungen leider mehr Utopie als Realität. Mit meiner Porträtserie setze ich zusammen mit prominenten Unterstützern ein hoffnungsvolles Zeichen für mehr Miteinander in unserer Gesellschaft.

 

Jeder Mensch ist Vielfalt. Jeder Mensch ist von verschiedenen Einflüssen geprägt. Unsere Kultur ist durch verschiedenste Einflüsse zu dem geworden, was sie ist, und genau das zeichnet ihren Reichtum aus.

Deshalb ist Gegensatz nicht gleich Gegner, im Gegenteil: Er kann Anlass sein. Anlass zur Begegnung, zum Lernen, Entdecken und Zueinanderfinden.

 

Für die engagierte Unterstützung des noch frischen Projekts danke ich Udo Lindenberg, Maximilian Brückner, Bodo Bach, Ramon Chormann und Andy Ost.

 

Weitere Unterstützer sind herzlich willkommen. Lassen sie sich von mir porträtieren.

Melden sie sich per Mail: contact@rpetzinger.de